
15. Mai 2025, 11:43 Uhr – Goslar
Im Landkreis Goslar häufen sich Fälle von Anlagebetrug durch gefälschte Promi-Werbung. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit in 18 Fällen von sogenanntem Cybertrading, bei denen ein Gesamtschaden von rund 600.000 Euro entstanden ist. Einige Opfer verloren dabei ihre gesamten Ersparnisse.
Die Betrüger nutzen manipulierte Anzeigen in sozialen Netzwerken oder E-Mails, die mit Fotos prominenter TV-Gesichter und bekannten TV-Logos versehen sind. Diese suggerieren, dass die Prominenten hohe Anlagegewinne erzielt hätten. Oft wird behauptet, dass die Prominenten eigentlich nicht darüber berichten dürfen oder dass die Ausstrahlung der betreffenden Fernsehsendung untersagt wurde.
Interessierte registrieren sich auf betrügerischen Websites und überweisen zunächst 250 Euro auf ein deutsches Konto. Anschließend fordern angebliche Berater telefonisch immer höhere Beträge, da die vermeintlichen Gewinne steigen würden. Die Überweisungen erfolgen schließlich auf ausländische Konten, meist in Malta oder Litauen, die die Opfer selbst eröffnet haben. Das Geld wird dann von den Tätern in Kryptowährungen umgewandelt und ist für die Opfer nicht mehr rückverfolgbar.
Einzelne Verluste beliefen sich auf bis zu 277.000 Euro. Die Polizei warnt vor unrealistischen Gewinnversprechen und rät zur Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten sowie zur Aufklärung gerade älterer Familienmitglieder über diese Maschen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt ebenfalls vor Werbeanzeigen mit Prominenten, die außerordentlich hohe Gewinne bei Investitionen in Kryptowerten oder anderen Finanzprodukten versprechen. Betrüger verwenden dabei Fotos von Prominenten ohne deren Wissen. Häufig ist es nicht leicht zu erkennen, dass es sich um betrügerische Angebote handelt.
Psychologische Tricks und emotionale Manipulation
Die Täter gehen äußerst geschickt vor und setzen gezielt auf psychologische Manipulation. Sie bauen durch wiederholte Telefonanrufe ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf. Oft werden Erfolge anderer angeblicher Investoren genannt, um sozialen Druck aufzubauen. Die Opfer berichten davon, dass sie unter Druck gesetzt wurden, schnell zu handeln, um angeblich “begrenzte Chancen” nicht zu verpassen. Diese Taktiken führen bei vielen Menschen zu irrationalen Entscheidungen, obwohl Zweifel bestehen.
Technische Tarnung erschwert Ermittlungen
Ein weiteres Problem: Die Täter verschleiern ihre Identitäten mit Hilfe von verschlüsselten Verbindungen, gefälschten Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Die Konten, auf die das Geld überwiesen wird, sind oft auf sogenannte Strohmänner oder unter falschen Namen registriert. Die Ermittlungsbehörden stehen vor großen Herausforderungen, da sich die Täter im Ausland aufhalten und dort häufig außerhalb des deutschen Rechtsraums agieren.
Prävention und Aufklärung als Schlüssel
Experten betonen, dass Aufklärung die wichtigste Waffe im Kampf gegen diese Form des Betrugs ist. Besonders ältere Menschen sollten gezielt über die Methoden der Täter informiert werden. Zudem wird geraten, grundsätzlich skeptisch zu sein, wenn es um Finanzangebote mit außergewöhnlich hohen Renditen geht – insbesondere wenn diese mit dem Namen eines Prominenten verbunden sind. Auch die Empfehlung, niemals persönliche Daten oder Zugangsdaten am Telefon weiterzugeben, wird immer wieder betont.







