
Wernigerode, 24. Dezember 2025 – Wenn sich die Dämmerung früh über den Harz legt, die Fachwerkfassaden rund um das Rathaus in warmem Licht erstrahlen und leiser Trubel durch die Altstadt zieht, beginnt in Wernigerode jene Zeit, die viele Besucher besonders schätzen. Der Wintermarkt verlängert hier die festliche Saison deutlich – und lässt die Stadt weit über die Weihnachtstage hinaus in einer eigenen, ruhigen Winterstimmung verweilen.
Der Wintermarkt in Wernigerode gehört zu den wenigen Veranstaltungen in Deutschland, die den Übergang vom klassischen Weihnachtsmarkt hin zu einer verlängerten Winterphase konsequent gestalten. Während vielerorts bereits kurz nach den Feiertagen abgebaut wird, bleibt die „bunte Stadt am Harz“ auch zwischen den Jahren und bis in den Januar hinein ein Anziehungspunkt für Einheimische, Tagesgäste und Urlauber. Die zentrale Frage lautet daher nicht, ob sich ein Besuch lohnt – sondern wie lange man den Wintermarkt in Wernigerode tatsächlich genießen kann.
Die Antwort fällt klar aus: Die Wintersaison erstreckt sich über mehrere Wochen und verbindet lebendige Adventstage mit einer ruhigeren, atmosphärisch dichten Phase nach Weihnachten. Gerade diese zeitliche Staffelung macht den Reiz aus und unterscheidet Wernigerode von vielen anderen Städten mit vergleichbaren Angeboten.
Vom Weihnachtsmarkt zum Wintermarkt – ein fließender Übergang
Die Wintersaison in Wernigerode beginnt traditionell mit dem Weihnachtsmarkt, der in der Regel Mitte bis Ende November eröffnet wird. In der Saison 2025 startete der Weihnachtsmarkt am 21. November und prägte bis kurz vor Weihnachten das Stadtbild rund um den Marktplatz, die Breite Straße und angrenzende Bereiche der Altstadt.
Charakteristisch für Wernigerode ist jedoch, dass das Marktgeschehen nicht abrupt endet. Stattdessen geht der Weihnachtsmarkt nahtlos in den Wintermarkt über. Nach dem letzten offiziellen Weihnachtstag bleiben zahlreiche Stände geöffnet und bilden den Kern des Wintermarktes, der in dieser Saison bis einschließlich 6. Januar Bestand hat. Damit können Besucher den Wintermarkt in Wernigerode über einen Zeitraum von mehr als sieben Wochen erleben – von der frühen Adventszeit bis zum Dreikönigstag.
Dieser fließende Übergang sorgt dafür, dass sich die Stimmung verändert, ohne zu verschwinden. Während der Advent geprägt ist von dichterem Besucheraufkommen, Musik und Programmpunkten, wird es nach Weihnachten spürbar ruhiger. Genau diese Phase empfinden viele Gäste als besonders reizvoll.
Öffnungszeiten und zeitlicher Rahmen
Der Wintermarkt in Wernigerode folgt während der gesamten Laufzeit einem weitgehend konstanten Zeitmodell. An Werktagen wie auch an Wochenenden öffnen die Stände in der Regel am späten Vormittag und bleiben bis in die Abendstunden geöffnet. Die verlängerten Öffnungszeiten an Freitagen und Samstagen tragen dem erhöhten Besucheraufkommen Rechnung und ermöglichen auch Berufstätigen einen abendlichen Bummel durch die Altstadt.
Typisch für den Wintermarkt ist die Anpassung der Zeiten an Feiertagen. Am Heiligabend bleibt der Markt geschlossen, ebenso gelten an den Weihnachtsfeiertagen und am Neujahrstag verkürzte Öffnungszeiten. Diese Regelungen folgen der Tradition vieler Weihnachts- und Wintermärkte in Deutschland und spiegeln den besonderen Charakter dieser Tage wider.
Für Besucher bedeutet das vor allem Planungssicherheit: Wer den Wintermarkt in Wernigerode genießen möchte, kann dies an nahezu allen Tagen zwischen Ende November und Anfang Januar tun – mit wenigen, klar kommunizierten Ausnahmen.
Stille Tage und bewusste Pausen
Zur Struktur des Wintermarktes gehören auch bewusst eingelegte Pausen. Am Totensonntag bleibt der Markt geschlossen. Dieser Tag ist in Wernigerode – wie in vielen anderen Regionen – dem stillen Gedenken vorbehalten und unterbricht das vorweihnachtliche Treiben für einen Moment der Ruhe.
Auch der Heiligabend bildet eine klare Zäsur. Die Stände bleiben geschlossen, die Altstadt wirkt entschleunigt, fast leer. Erst an den Weihnachtstagen kehrt wieder Leben zurück, allerdings in deutlich ruhigerer Form als noch im Advent. Gerade diese Wechsel zwischen Belebtheit und Stille prägen den Charakter des Wintermarktes und verleihen ihm Tiefe.
Atmosphäre zwischen Fachwerk, Licht und Winterruhe
Der Wintermarkt in Wernigerode lebt weniger von spektakulären Attraktionen als von seiner Kulisse. Das historische Rathaus, die dicht stehenden Fachwerkhäuser und die schmalen Gassen bilden eine Bühne, die auch ohne aufwendige Inszenierung wirkt. Lichterketten, Holzstände und der sanfte Schein von Laternen fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein.
Besonders in den Abendstunden entfaltet der Wintermarkt seine Wirkung. Dann spiegeln sich die Lichter auf dem Pflaster, Stimmen mischen sich mit gedämpfter Musik, und der Duft von Heißgetränken und winterlichen Speisen liegt in der Luft. Der Markt wirkt dann weniger wie ein Event, sondern eher wie ein temporärer Teil der Stadt – selbstverständlich, fast vertraut.
Angebot und Charakter der Stände
Das Angebot auf dem Wintermarkt in Wernigerode bleibt auch nach Weihnachten vielfältig. Kulinarische Klassiker wie Glühwein, Punsch und herzhafte Speisen gehören ebenso dazu wie handwerkliche Erzeugnisse und kleine Geschenkideen. Viele Stände werden über die gesamte Laufzeit hinweg von denselben Betreibern geführt, was dem Markt Kontinuität verleiht.
Nach den Feiertagen verändert sich der Fokus: Während im Advent Geschenkideen und Dekoration im Vordergrund stehen, rücken im Wintermarkt stärker das gesellige Beisammensein und der entspannte Aufenthalt in den Mittelpunkt. Besucher bleiben länger an den Ständen stehen, Gespräche entstehen, der Markt wird zum Treffpunkt.
Der Wintermarkt nach Weihnachten
Die Tage zwischen den Jahren gelten in Wernigerode als besondere Zeit. Viele Gäste nutzen diese Phase für einen Kurzurlaub im Harz, verbinden Spaziergänge durch verschneite Landschaften mit einem Besuch auf dem Wintermarkt. Das Tempo ist dann spürbar langsamer als im Advent.
Gerade dieser ruhigere Charakter hebt den Wintermarkt in Wernigerode hervor. Ohne den Druck des Geschenkekaufs und fernab des vorweihnachtlichen Trubels entsteht eine Atmosphäre, die von Gelassenheit geprägt ist. Der Markt wird zum Ort des Verweilens – nicht des Abarbeitens.
Praktische Hinweise für Besucher
- Ein Besuch in den frühen Abendstunden bietet die beste Kombination aus Tageslicht und stimmungsvoller Beleuchtung.
- Wer es ruhiger mag, sollte die Tage nach Weihnachten oder einen Besuch unter der Woche einplanen.
- Warme Kleidung ist empfehlenswert, da sich viele Aufenthaltsbereiche im Freien befinden.
Warum der Wintermarkt so lange wirkt
Der besondere Reiz des Wintermarktes in Wernigerode liegt nicht allein in seiner Dauer, sondern in seiner Dramaturgie. Die Veranstaltung folgt keinem abrupten Anfang und keinem harten Ende. Stattdessen entwickelt sie sich – vom lebhaften Adventsmarkt hin zu einer ruhigen Winterkulisse, die bis in den Januar hinein Bestand hat.
Diese zeitliche Weite ermöglicht unterschiedliche Erlebnisse: Familien besuchen den Markt vor Weihnachten, wenn Kinderaugen leuchten und Musik erklingt. Paare und Alleinreisende kommen später, suchen Ruhe, Gespräche und eine Atmosphäre, die den Winter nicht vertreibt, sondern willkommen heißt.
So wird der Wintermarkt in Wernigerode zu mehr als einem saisonalen Ereignis. Er begleitet die Stadt durch eine Phase des Jahres, in der Dunkelheit, Kälte und Stille oft dominieren – und setzt dem eine warme, menschliche Note entgegen. Wer sich darauf einlässt, versteht schnell, warum man den Wintermarkt hier nicht nur besucht, sondern über Wochen hinweg genießen kann.







