
Wernigerode, 18. Dezember 2025 – Der Verkehr rollt wieder. Nach Wochen der Geduld, des stockenden Vorankommens und vieler Umwege öffnet sich auf der A36 bei Wernigerode ab morgen erneut der Raum. Wo zuletzt Warnbaken, verengte Spuren und reduzierte Geschwindigkeit den Alltag bestimmten, kehrt nun Normalität zurück – ein spürbarer Einschnitt für Pendler, Wirtschaft und den gesamten Harzraum.
Ab Freitag ist der zuletzt eingeschränkte Abschnitt der A36 zwischen der Anschlussstelle Wernigerode-Mitte und dem Autobahndreieck Nordharz wieder vollständig freigegeben. Damit endet eine Phase, die seit Anfang Oktober den Verkehr auf einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region deutlich verlangsamte.
Ein neuralgischer Abschnitt der A36
Die A36 gilt als zentrale Verkehrsachse im nördlichen Harzvorland. Sie verbindet Sachsen-Anhalt mit Niedersachsen, erschließt den Raum Wernigerode und dient täglich tausenden Pendlern, dem regionalen Wirtschaftsverkehr sowie dem überregionalen Gütertransport. Umso gravierender wirkten sich die Einschränkungen aus, die seit dem 1. Oktober 2025 auf einem rund zwölf Kilometer langen Abschnitt galten.
In beiden Fahrtrichtungen stand über Wochen hinweg jeweils nur eine Spur zur Verfügung. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde auf 80 Kilometer pro Stunde reduziert. Insbesondere in den Morgen- und Abendstunden führte dies regelmäßig zu zähfließendem Verkehr, Rückstaus und einem erhöhten Ausweichverkehr auf nachgeordneten Straßen rund um Wernigerode.
Vorbereitungen für eine größere Sanierung
Die Einschränkungen waren nicht Teil einer kurzfristigen Reparatur, sondern dienten der umfassenden Vorbereitung einer geplanten Fahrbahnsanierung. Entlang des betroffenen Abschnitts wurden bauliche Maßnahmen umgesetzt, die für spätere Arbeiten notwendig sind. Dazu zählten unter anderem verkehrssichernde Einrichtungen, Anpassungen im Mittelstreifen sowie die Vorbereitung temporärer Überfahrten.
Diese Arbeiten erfolgten unter laufendem Verkehr und machten eine Reduzierung der Fahrstreifen unumgänglich. Für viele Verkehrsteilnehmer blieb der Nutzen zunächst abstrakt – die Belastung hingegen war täglich spürbar. Umso größer ist nun die Erleichterung über die bevorstehende Freigabe der A36.
Ab morgen wieder zwei Spuren je Richtung
Nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten stehen ab dem 19. Dezember wieder alle Fahrstreifen auf der A36 zur Verfügung. Die Engstellen werden zurückgebaut, temporäre Markierungen entfernt, die Verkehrsführung normalisiert. Aktuelle Verkehrsmeldungen weisen bereits darauf hin, dass keine baustellenbedingten Einschränkungen mehr bestehen.
Für Pendler aus dem Raum Wernigerode, die täglich Richtung Braunschweig, Halberstadt oder weiter ins niedersächsische Umland unterwegs sind, bedeutet dies eine deutliche Entlastung. Auch der Schwerlastverkehr kann die Strecke wieder ohne Engpässe nutzen, was sich unmittelbar auf die Zuverlässigkeit von Lieferketten auswirkt.
Ein Gewinn für Alltag und Wirtschaft
Während der Bauphase hatten Unternehmen und Logistikdienstleister ihre Abläufe teilweise angepasst. Längere Fahrzeiten wurden einkalkuliert, Routen verlegt, Zeitfenster neu geplant. Auch Handwerksbetriebe und Dienstleister im Harzraum berichteten von Verzögerungen, die sich bis in den Arbeitsalltag hinein auswirkten.
Mit der Freigabe der A36 normalisieren sich diese Abläufe. Die Strecke gewinnt ihre Funktion als verlässliche Verkehrsverbindung zurück – ein Aspekt, der gerade in der wirtschaftlich sensiblen Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel von Bedeutung ist.
Verkehrsader mit regionaler Bedeutung
Die Nordharzautobahn ist mehr als eine reine Durchgangsstraße. Sie verbindet touristisch geprägte Regionen mit industriellen Zentren, ermöglicht Mobilität im ländlichen Raum und trägt zur wirtschaftlichen Stabilität der Region bei. Einschränkungen auf der A36 wirken sich daher nicht punktuell, sondern flächendeckend aus.
Dass die vorbereitenden Maßnahmen nun abgeschlossen sind, wird von vielen als wichtiger Zwischenschritt wahrgenommen. Zwar stehen in Zukunft weitere Sanierungsarbeiten an, doch die aktuelle Freigabe verschafft dem Verkehr zunächst Luft und sorgt für ein spürbares Plus an Fahrkomfort.
Rückkehr zur Normalität – vorerst
Mit Blick auf die kommenden Monate dürfte die wieder freie A36 vor allem im Winterbetrieb an Bedeutung gewinnen. Eine leistungsfähige Autobahn reduziert nicht nur Staugefahr, sondern erhöht auch die Verkehrssicherheit bei schwierigen Witterungsbedingungen. Für den Harzraum, der in der kalten Jahreszeit verstärkt vom Ausflugs- und Tourismusverkehr geprägt ist, ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Ein Einschnitt, der nachwirkt
Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie sensibel der Verkehrsfluss auf der A36 auf bauliche Eingriffe reagiert. Die jetzt erfolgende Freigabe markiert daher mehr als das Ende einer Baustelle. Sie steht für die Rückkehr eines zentralen Stücks Infrastruktur in den Alltag der Region – und für die Hoffnung, dass künftige Maßnahmen mit möglichst geringer Belastung umgesetzt werden.
Ab morgen gilt jedenfalls: Auf der A36 bei Wernigerode rollt der Verkehr wieder ohne Einschränkungen. Für viele ist das keine Randnotiz, sondern eine spürbare Erleichterung im täglichen Unterwegssein.







