
Der Landkreis Harz steht kurz vor dem Abschluss eines bedeutenden Immobiliengeschäfts: Der Kauf des Brockengipfels, dem höchsten Punkt Norddeutschlands, soll in den kommenden Tagen notariell besiegelt werden.
Der Erwerb umfasst das rund 13.000 Quadratmeter große Plateau, einschließlich des Brockenhotels und technischer Gebäude, die derzeit im Besitz eines Konsortiums aus Norddeutscher Landesbank und Harzsparkasse sind. Der Kaufpreis beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro.
Landrat Thomas Balcerowski (CDU) betont die strategische Bedeutung des Kaufs: „Der Brocken gehört in öffentliche Hand.“ Geplant ist die Sanierung des Brockenhotels sowie der Umbau eines ehemaligen Telekom-Gebäudes zu einem Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen. Die Bauarbeiten sollen spätestens im Frühjahr 2026 beginnen.
Trotz breiter Zustimmung im Kreistag gibt es Kritik vom Landesrechnungshof, der die veranschlagten Kosten als unrealistisch einstuft. Ein Sprecher äußerte: „Die veranschlagten drei Millionen Euro für den Erwerb und die geplanten Bauarbeiten erscheinen uns äußerst unrealistisch.“
Balcerowski verteidigt das Vorhaben und verweist auf mögliche Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt, die bis zu 60 Prozent der Kosten abdecken könnten. Er betont: „Ich sage: Das eine tun und das andere nicht lassen.“ In den letzten Jahren seien bereits 21 Millionen Euro in die Schulsubstanz investiert worden.
Neue Chancen für den Tourismus im Harz
Mit dem Erwerb des Brockengipfels will der Landkreis die touristische Attraktivität der Region Harz weiter steigern. Durch die geplanten Baumaßnahmen könnten nicht nur neue Besuchergruppen angesprochen, sondern auch ganzjährige Veranstaltungen angeboten werden. Die Kombination aus Naturschutz, Kultur und Infrastruktur soll ein nachhaltiges touristisches Angebot schaffen, das die Region langfristig stärkt.
Einbindung der Bevölkerung und Interessenvertretungen
Ein zentrales Anliegen der Verantwortlichen ist es, die Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklungen rund um den Brocken einzubeziehen. Bereits im Herbst sollen öffentliche Informationsveranstaltungen stattfinden, in denen die Pläne vorgestellt und diskutiert werden. Auch Naturschutzverbände und lokale Tourismusvereine sollen eng eingebunden werden, um einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und ökologischer Verantwortung zu schaffen.
Langfristige Perspektive für Wirtschaft und Region
Über den Tourismus hinaus verspricht sich der Landkreis auch positive Impulse für die regionale Wirtschaft. Lokale Unternehmen aus dem Bau-, Gastronomie- und Dienstleistungssektor könnten direkt von den geplanten Investitionen profitieren. Darüber hinaus setzt die Verwaltung auf einen Imagegewinn für die gesamte Harzregion, die durch das Projekt stärker in den überregionalen Fokus rücken soll. Die Entwicklungen am Brocken könnten damit als Modell für nachhaltige Regionalentwicklung dienen.







