Bei der Bürgermeisterwahl in Herzberg am Harz treten derzeit vier Bewerber an. Amtsinhaber Christopher Wagner bekommt Konkurrenz von Simon Schlonsog, Bernd Schröder und Olaf Töpperwien. Überschattet wird der Wahlkampf von einem Rechtsstreit um den nicht zugelassenen AfD-Bewerber Justin Vogel.
Herzberg am Harz, 26. August 2026. Am 13. September entscheidet die Harzstadt über die Besetzung des Bürgermeisteramts. Vier Kandidaten stehen nach aktuellem Stand zur Wahl. Das Feld reicht vom amtierenden Bürgermeister über einen CDU-Herausforderer bis zu zwei parteilosen Bewerbern.
Die Bürgermeisterwahl in Herzberg ist damit nicht nur eine Personalentscheidung. Im Mittelpunkt stehen auch Fragen nach Verwaltungsmodernisierung, Stadtentwicklung, Bürgernähe, Ehrenamt und kommunalen Finanzen. Zugleich sorgt die Nichtzulassung eines ursprünglich von der AfD nominierten Bewerbers weiterhin für politischen und juristischen Gesprächsstoff.
Bürgermeisterwahl im Harz: Vier Kandidaten sind zugelassen
Nach Angaben der Stadt Herzberg am Harz findet die Direktwahl des Bürgermeisters am 13. September 2026 statt. Nach dem belegten Kandidatenstand treten Christopher Wagner, Simon Schlonsog, Bernd Schröder und Olaf Töpperwien an.
Schon die Zusammensetzung des Kandidatenfeldes zeigt, dass die Wahl nicht entlang eines einfachen Parteienduells verläuft. Wagner ist parteilos, wird aber von der SPD unterstützt. Schlonsog tritt für die CDU an. Schröder und Töpperwien gehen ohne Parteibindung in den Wahlkampf.
Christopher Wagner will im Amt bleiben
Christopher Wagner ist seit dem 1. November 2021 Bürgermeister von Herzberg am Harz. Er tritt erneut an und wirbt damit um eine weitere Amtszeit. Politisch ist Wagner parteilos, seine Kandidatur wird jedoch von der SPD Herzberg unterstützt.
In der Darstellung der SPD werden mehrere Themen genannt, mit denen Wagner in die Bürgermeisterwahl geht. Dazu gehören die Modernisierung der Verwaltung, die weitere Entwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile, erneuerbare Energien, das Ehrenamt und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommune.
Für den Amtsinhaber liegt die Besonderheit des Wahlkampfs auf der Hand: Während seine Herausforderer vor allem erklären müssen, was sie verändern wollen, wird Wagner zugleich an seiner bisherigen Arbeit gemessen. Seine Position im Rennen ist daher eng mit der Frage verbunden, wie die vergangenen Jahre im Rathaus bewertet werden.
Simon Schlonsog tritt für die CDU an
Mit Simon Schlonsog schickt die CDU einen eigenen Kandidaten in die Bürgermeisterwahl in Herzberg. Der Stadtverband nominierte ihn bereits im September 2025. Zum Zeitpunkt seiner Aufstellung war Schlonsog 36 Jahre alt und Ortsbrandmeister der Kernstadt Herzberg.
Die CDU hebt in ihrer Kandidatenvorstellung insbesondere seine Erfahrung in Führungsverantwortung und im Ehrenamt hervor. Seine Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr spielt dabei eine zentrale Rolle. Welche politischen Akzente er bis zum Wahltag setzt, dürfte für die weitere Profilierung gegenüber Wagner und den beiden parteilosen Mitbewerbern entscheidend sein.
Schlonsog steht dabei für die einzige klassische Parteikandidatur im zugelassenen Bewerberfeld. Das unterscheidet ihn sowohl vom Amtsinhaber als auch von Schröder und Töpperwien.
Bernd Schröder setzt auf eine unabhängige Kandidatur
Bernd Schröder tritt als parteiloser Bewerber an. Auf seiner eigenen Kandidatenwebsite beschreibt er sich als unabhängig. Schröder ist Jahrgang 1964, stammt nach eigenen Angaben aus Nordhorn und lebt seit 1989 in Herzberg.
Im Juli suchte er bei einem öffentlichen Bürgerdialog den direkten Austausch mit Einwohnerinnen und Einwohnern. Dort wollte er seine Motivation, seine Vorstellungen für Herzberg und seine politischen Ziele erläutern. Das Format deutet auf eine Kandidatur hin, die stark auf persönliche Präsenz und unmittelbare Ansprache setzt.
Für Schröder besteht die Herausforderung darin, sich in einem Feld mit einem Amtsinhaber und einem parteigebundenen Kandidaten sichtbar zu positionieren. Als unabhängiger Bewerber muss er dafür vor allem über Themen und persönliche Bekanntheit überzeugen.
Olaf Töpperwien stellt Bürgernähe in den Mittelpunkt
Auch Olaf Töpperwien kandidiert parteilos. Seine Bewerbung um das Bürgermeisteramt wurde im Frühjahr öffentlich bekannt. In Gesprächen mit dem StadtRadio Göttingen setzte er Schwerpunkte bei Bürgernähe, Ehrenamt und einer stärkeren Öffnung des Rathauses.
Töpperwien sprach zudem über Investitionen in die Infrastruktur, die Nutzung von Förderprogrammen und Angebote für Jugendliche. Es handelt sich dabei um politische Ziele des Kandidaten, nicht um bereits beschlossene Vorhaben. Ob und in welchem Umfang solche Projekte umgesetzt werden könnten, hinge im Fall einer Wahl unter anderem von Zuständigkeiten, Mehrheiten und der finanziellen Situation der Stadt ab.
Damit verbindet Töpperwien klassische kommunale Sachthemen mit der Frage, wie Verwaltung und Bürger künftig miteinander umgehen sollen.
Das Wichtigste in Kürze
In Herzberg am Harz treten bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2026 nach aktuellem Stand vier Kandidaten an. Ein gerichtlicher Streit um den nicht zugelassenen AfD-Bewerber Justin Vogel begleitet den Wahlkampf.
- Wann?
- Nach Angaben der Stadt Herzberg am Harz findet die Direktwahl des Bürgermeisters am 13. September 2026 statt.
- Was ist bestätigt?
- Nach dem belegten Kandidatenstand treten Christopher Wagner, Simon Schlonsog, Bernd Schröder und Olaf Töpperwien an.
- Was ist noch offen?
- Der NDR berichtete Mitte August, dass der Antrag beim Verwaltungsgericht Göttingen anhängig war.
Die vier Kandidaten der Bürgermeisterwahl im Überblick
| Kandidat | Status | Politischer Hintergrund |
|---|---|---|
| Christopher Wagner | Amtsinhaber | parteilos, von der SPD unterstützt |
| Simon Schlonsog | Herausforderer | CDU |
| Bernd Schröder | Herausforderer | parteilos |
| Olaf Töpperwien | Herausforderer | parteilos |
Nicht zugelassener AfD-Bewerber beschäftigt weiter die Gerichte
Neben den vier zugelassenen Kandidaten prägt ein weiterer Fall die Bürgermeisterwahl in Herzberg. Die AfD hatte Justin Vogel als Bewerber nominiert. Der Stadtwahlausschuss entschied Ende Juli jedoch, ihn nicht zur Wahl zuzulassen.
Wie die HNA berichtete, begründete der Wahlausschuss die Entscheidung mit Zweifeln daran, ob Vogel die erforderliche Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten. In die Prüfung floss dem Bericht zufolge auch eine Auskunft des niedersächsischen Verfassungsschutzes ein.
Vogel und die AfD weisen die Bedenken zurück. Gegen die Nichtzulassung wurde ein Eilverfahren angestrengt. Der NDR berichtete Mitte August, dass der Antrag beim Verwaltungsgericht Göttingen anhängig war. Nach dem im Recherche-Dossier gesicherten Stand war zu diesem Zeitpunkt noch keine abschließende gerichtliche Entscheidung veröffentlicht.
Für die aktuelle Einordnung der Bürgermeisterwahl ist deshalb entscheidend: Das offiziell beziehungsweise journalistisch belegte Kandidatenfeld umfasst derzeit vier Bewerber. Eine weitergehende Darstellung wäre solange verfrüht, wie das gerichtliche Verfahren nicht abschließend geklärt ist.
Welche Themen in Herzberg und der Harzregion zur Wahl stehen
Die Programme und öffentlichen Auftritte der Kandidaten unterscheiden sich im Detail, doch mehrere kommunalpolitische Themen ziehen sich durch den Wahlkampf. Sie betreffen sowohl die Arbeit der Verwaltung als auch die langfristige Entwicklung der Stadt Herzberg im Harz.
- Modernisierung und Organisation der Stadtverwaltung
- Stadtentwicklung und Zukunft der Ortsteile
- Kommunale Finanzen und Investitionsspielräume
- Infrastruktur und Nutzung von Förderprogrammen
- Ehrenamt und Bürgerbeteiligung
- Angebote für Kinder und Jugendliche
Damit geht es bei der Bürgermeisterwahl in Herzberg nicht allein um Personalfragen. Die Bewerber müssen zugleich erklären, welche Projekte sie priorisieren, wie sie die Verwaltung führen wollen und wo sie politische Schwerpunkte setzen.
Herzberg entscheidet über Kurs und Führungsstil
Die Ausgangslage vor dem 13. September ist offen genug für einen echten Wettbewerb. Christopher Wagner tritt mit dem Vorteil des Amtsinhabers an, muss sich aber an seiner bisherigen Arbeit messen lassen. Simon Schlonsog bietet als CDU-Kandidat eine parteipolitisch klar erkennbare Alternative. Bernd Schröder und Olaf Töpperwien setzen dagegen auf unabhängige Profile.
Für die Wählerinnen und Wähler dürfte deshalb weniger die bloße Parteizugehörigkeit entscheidend sein als die Frage, wem sie zutrauen, Verwaltung, Finanzen und Stadtentwicklung überzeugend miteinander zu verbinden. Gerade bei einer Direktwahl zählt neben politischen Zielen auch der persönliche Führungsanspruch.
Bis zum Wahltag bleibt zudem der juristische Streit um Justin Vogel Teil des politischen Umfelds. Für die eigentliche Wahlentscheidung steht nach jetzigem Stand jedoch ein klar umrissenes Feld von vier Kandidaten bereit. Damit richtet sich der Blick in Herzberg und der Harzregion zunehmend auf die konkreten Vorstellungen für die Stadt und auf die Frage, wer sie in den kommenden Jahren führen soll.


















